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Gottes Kraft und unser Bestes

von Johannes Justus — abgelegt in Sonstiges am 29. Oktober 2015

In diesem Jahr fand die Leiterkonferenz des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden unter dem Motto „Gottes Kraft und unser Bestes“ statt. Hier eine Zusammenfassung des Eröffnungsabends – verfasst von Hannelore Illgen, Redaktionsleiterin des GEISTbewegt!-Magazins.

„Wir blicken erwartungsvoll auf diese Bundeskonferenz“ eröffnet BFP-Vizepräses Frank Uphoff die Leiterkonferenz 2015. „Es geht um die Ausrichtung unseres Bundes: Was soll fokussiert werden, was in den Hintergrund treten?“ Der Titel des Filmclips, der vor der Predigt von Präses Johannes Justus uraufgeführt wird, macht den Willen der BFP-Leiterschaft deutlich: „Wir packen an!“

Johannes legt seiner Botschaft dann den bekannten Satz des Apostels Paulus aus 1. Korinther 15,10 zugrunde:

„Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.“

Müde wird man, wenn man nur in der Dimension des Machbaren arbeitet. Die Gemeinde lebt aber von der himmlischen Dimension her,“ stellt Johannes gleich zu Anfang fest und beschreibt dann im Laufe seiner Predigt, dass wir vier Blickrichtungen brauchen, um unser Bestes durch die Kraft Gottes geben zu können.

1. Blick nach oben: Kraft empfangen

Wie Jesus versprochen hat, sollen wir „von oben her“ die Kraft des Heiligen Geistes empfangen (Apostelgeschichte 1,8). Diese Taufe im Heiligen Geist rüstet uns mit der so dringend benötigten Kraft zum Dienst aus. Es ist keine Kraft, die von innen kommt, sondern von oben. Deswegen richtet sich unser Blick zuerst auf die Kraftquelle: Nach oben zum Vater aller guten Gaben. Dort erhalten wir auch Kraft zur persönlichen Veränderung. Diese kann nicht aus Konserven, also angehäuften Erfahrungen, gewonnen werden, sondern allein durch die Kraft des Geistes.

2. Blick nach innen: Frieden finden

Herz und Seele bilden mein „inneres Gefäß“. Wenn Jesus dieses Gefäß füllt und seine Ordnung dort hineinbringt, erkenne ich, wer ich bin. Nicht, weil ich das selber entschieden habe, oder weil sich das an dem festmacht, was ich leiste. Auch nicht, weil andere das so wollen – sondern weil Gott es so entschieden hat. Dieser Friede mit mir selbst hilft mir, die Wahrheit über mich selbst zu ertragen und meine Berufung festzumachen (2. Petrus 1,10-11). Der Blick nach oben gibt mir auch die Kraft für einen ehrlichen Blick nach innen, der mich Frieden und Versöhnung finden lässt.

3. Blick nach hinten: Dankbarkeit lernen

Paulus scheut auch nicht den Blick in die Vergangenheit. Er schaut dankbar zurück: „Seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen.“ Wenn wir dankbar sind, können wir kaum gleichzeitig ängstlich sein. „Was geschehen ist, ist vorbei und wir müssen lernen, damit versöhnt zu leben,“ sagt Johannes. Sollten wir Schmerz erfahren haben, ist es wichtig, an der Heilung bzw. an der Lösung zu arbeiten. Wenn wir uns Schmerz und Leid wiederholt in Erinnerung rufen und in unseren Gedanken neu durchleben, greifen wir in den Prozess der Heilung ein. Zu echtem Verzeihen gehört auch, sich davon zu lösen und dann zu vergessen. Wenn der Blick nach hinten Dankbarkeit auslöst, können wir zuversichtlich nach vorne schauen.

4. Blick nach vorne: Fokus schärfen

Wenn wir nach vorne blicken, erkennen wir immer mehr die Perspektive Gottes in unserem Auftrag – auch für unseren Gemeindebund. Um diesen durchzuführen, wird jede Unterstützung gebraucht. Johannes fährt fort: „Als Leiter wollen wir Menschen so fördern, dass sie in ihre Berufung hineinkommen. Das geschieht ähnlich wie bei unseren Kindern. In Psalm 127 werden sie als Pfeile bezeichnet, von denen wir den Köcher voll haben sollen. Auch unsere geistlichen Kinder sind wie Pfeile in unserer Hand.“ Es erfordert Mut, Willen und vollen Einsatz, um das Potenzial in Menschen zu sehen, sie zu stärken und zu bevollmächtigen. Aber wer andere fördert, arbeitet gleichzeitig an sich und an den eigenen Fähigkeiten. Wenn wir unsere „Kinder“ auf den Weg in ihre Berufung schicken, entscheiden wir automatisch, sie loszulassen. Und dann müssen wir dem Herrn vertrauen und nicht versuchen, ihre Flugbahn zu lenken. Als Leiter müssen wir den Blick nach vorne richten, voller Mut und Gottvertrauen. In Philipper 3,13+14 sagt Paulus:

„Geschwister, ich bilde mir nicht ein, das Ziel schon erreicht zu haben. Eins aber tue ich: Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt, und laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen, um den Siegespreis zu bekommen – den Preis, der in der Teilhabe an der himmlischen Welt besteht, zu der uns Gott durch Jesus Christus berufen hat.“