Johannes Justus Logo Alle Artikel

Die Geistestaufe (Teil 2)

von Johannes Justus — abgelegt in Geistwirkungen, Heiliger Geist, Pfingsten am 22. Mai 2015

Man kann zurecht sagen, dass die Wiedergeburt zu neuem Leben das grundlegende Werk des Heiligen Geistes ist. Doch die logische Folge der Wiedergeburt ist die Taufe mit dem Heiligen Geist.

Wenn wir die Texte der Apostelgeschichte ernst nehmen wollen, dann müssen wir zwischen Wiedergeburt und Geistestaufe unterscheiden. Zuerst glaubten Menschen an Jesus Christus, dann wurden sie mit Heiligem Geist getauft – das machen z.B. die Ereignisse in Samarien und Ephesus deutlich (Apostelgeschichte 8,12-17; 19,1-7). Aus den Berichten der Bibel können wir allerdings kein System entwickeln, wie sich die Geistestaufe manifestieren sollte. Nur eins ist klar: Sie macht sich immer bemerkbar. Immer wurde die empfangene Geistestaufe von bemerkbaren Zeichen begleitet – in der Regel von Zungenrede (Apostelgeschichte 2,4; 10,46; 19,6), aber auch von Kraft (4,31), Prophetie (19,6) und Lobpreis (2,11; 10,46).

Gibt es neben der Wiedergeburt aber noch andere Voraussetzungen für den Empfang der Geistestaufe? Ja, ich würde sagen, dass die Erwartungshaltung und der Glaube eine große Rolle spielen. Nur der Durstige wird trinken und nur der Glaubende wird empfangen. Als ich anfing, mich nach der Geistestaufe auszustrecken, warnten mich die Kritiker in meinem Umfeld. Einer sagte mir sogar: „Du solltest besser aufpassen. Vielleicht wirst du auch einen bösen Geist empfangen.“ Doch ich vertraute auf den wunderbaren Ausspruch von Jesus: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wieviel mehr wird der Vater, der vom Himmel gibt, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“ (Lukas 11,13)

Oftmals lassen sich Christen den Segen der Geistestaufe rauben – durch Unglaube, Zweifel, Menschenfurcht, Angst, Gleichgültigkeit, Desinteresse, uvm. Wer aber die Geistestaufe empfangen möchte, der sollte sie begehren und sich auf sie freuen, wie sich ein Kind auf das Auspacken eines Geburtstagsgeschenkes freut. Klar: Die Geistestaufe fordert unseren Glauben heraus. Sie macht uns abhängig von Gott und von dem Wirken seines Geistes. Aber wir dürfen die Geistestaufe als eine wundervolle Gabe Gottes verstehen. Wir brauchen diese Kraftausrüstung zum Zeugendienst, weil Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden (Apostelgeschichte 2,38; 1. Timotheus 2,4).

Neben dem erstmaligen Getauft-Werden mit dem Heiligen Geist kennt die Bibel schließlich auch das regelmäßige Erfüllt-Werden mit dem Heiligen Geist (Epheser 5,18). Wenn wir unser Innerstes mit Heiligem Geist anfüllen lassen, dann werden andere unnütze Dinge herausgespült und Gottes Geist kann sich in uns ausbreiten, uns prägen und uns leiten. Ein Lebensstil aus der Fülle des Heiligen Geistes wird uns stark machen für unsere täglichen Herausforderungen und uns in ein tieferes Verständnis des Wortes Gottes und der Person Jesu hineinführen (Johannes 16,8-11.14). So ist der Geist Gottes eine wichtige Komponente des christlichen Lebens nach der Himmelfahrt von Jesus.