Die Gaben der Heilungen (Teil3)

von Johannes Justus

In den ersten beiden Artikeln habe ich etwas Grundlegendes über „Krankheit und Heilung“ gesagt. Aber was gibt es noch zu beachten für alle, die in einer Gnadengabe der Heilung dienen möchten? Hier sind 12 praktische Tipps:

1. Suche Gottes Nähe. Bevor Gott durch dich wirkt, möchte er an dir wirken. Deshalb suche seine Nähe. Pflege deine Beziehung zu Gott und lass dich von ihm prägen und formen. Wachse in der Erkenntnis seines Wortes und lass dich füllen mit seiner Kraft.

2. Strebe nach der Gabe. Sag Gott ganz konkret, dass du mit den Gaben der Heilungen beschenkt werden möchtest. Streck dich aus nach seinem Segen. Suche Situationen und Möglichkeiten zum Dienen. Sei kühn, aber nicht krampfhaft. Gottes Geist teilt so aus wie er will (1. Korinther 12,11).

3. Entwickle einen Blick für Kranke. Weil Jesus vom Leid der Menschen tief bewegt war, konnte er ihrem Leid begegnen. Wer Kranken dienen möchte, braucht Interesse, Mitgefühl und Verständnis für deren Anliegen. Schärfe deinen Blick für Kranke und lass dich auf ihre Situationen ein.

4. Konzentriere dich nicht auf die Krankheit, sondern auf den Menschen. Gott möchte nicht einfach Krankheiten kurieren, er möchte Menschen wiederherstellen. Als ich einmal wegen Rückenbeschwerden zur Kur war, hat mir folgende Aussage eines Arztes gefallen: „Wir behandeln nicht die Krankheit, sondern den Menschen.“ Wenn du einem Menschen dienst, dann definiere ihn nicht über seine Krankheit. Schau auf sein Herz.

5. Erzähle vom Evangelium. Gaben der Heilungen offenbaren sich oft im missionarischen Kontext. Das zeigen uns die Berichte der Bibel sowie die der vergangenen und gegenwärtigen Kirchengeschichte. Wo das Evangelium gepredigt wird, bestätigt Gott sein Wort oft durch Zeichen und Wunder (Apostelgeschichte 2,43; 3,3ff; 14,3). Erzähle das Evangelium Menschen, die es noch nicht kennen. Und dann sei mutig, auch für ihre Krankheiten zu beten.

6. Bete mit Wort und Tat. Hilfreich für ein Glaubensgebet ist nicht nur eine starke Formulierung, sondern manchmal auch eine symbolische Handlung, z.B. das Auflegen der Hände (Markus 16,18) – sofern es gewünscht ist. Bete mit klaren, präzisen Worten. Und wenn es sich anbietet, dann baue eine unterstützende Symbolhandlung ein.

7. Mach dich nicht abhängig von Gefühlen. Manchmal weiß ich genau: „Jetzt ist die Kraft da.“ Aber manchmal spüre ich gar nichts, und Menschen werden trotzdem angerührt. Wir sollten unabhängig von unseren Gefühlen für Kranke beten. Gottes Kraft ist da, ob wir sie fühlen oder nicht.

8. Lass dich leiten vom Heiligen Geist. Höre auf die Stimme des Heiligen Geistes. Nehme seine Impulse wahr. Lass dich im Gebet von ihm leiten. Denn es kommt nicht auf dich an, sondern auf ihn. Es ist seine Kraft, die wirkt.

9. Ermutige zur weisen Lebensführung. Nach der Heilung des Kranken am Teich Bethesda sagte Jesus: „Sündige nicht mehr.“ (Johannes 5,14). Wer gesund geworden ist, sollte dann auch so leben, dass er gesund bleiben kann. Oftmals trägt der Kranke zu seinem Krankheitszustand bei. Genauso sollte er einen Beitrag zu unserem Gesundheitszustand leisten durch eine weise Lebensführung.

10. Mache auf die verschiedenen Zugänge zur Gesundheit aufmerksam. Gesundheit kann auf vielen Wegen zustande kommen: Sündenvergebung, Kraft Gottes, Gebet, aber auch ärztliche Behandlung, Medikamente, gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Ruhezeiten, etc. Mache darauf aufmerksam, damit sich der Empfänger des Gebets nicht nur auf einen Weg versteift.

11. Motiviere dazu, Begleitung in Anspruch zu nehmen. Da Heilung ein Prozess sein kann, brauchen wir Menschen, die uns durch diesen Prozess begleiten. Motiviere deshalb dazu, verbindlicher Teil einer christlichen Gemeinschaft zu sein. Es liegt Kraft darin, sich von anderen begleiten zu lassen (Galater 6,2).

12. Stärke das Gottvertrauen. Auch wenn nicht jedes Gebet einen sofortigen Unterschied erkennen lässt, sollte es doch Ermutigung, Zuversicht und Gottvertrauen bewirken. Fokussiere den Empfänger des Gebets auf die Möglichkeiten und Verheißungen Gottes. Dann müssen Angst und Sorge weichen. Der Friede Gottes kann jemanden auch trotz Krankheit tief erfüllen und stärken.

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